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Türen schließen. Türen öffnen.

Es gibt da doch diesen Spruch mit den sich schließenden und sich öffnenden Türen…wie war das? „Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere.“ – oder so ähnlich.
Ich habe in den letzten Monaten einige Türen geschlossen. Bei manchen tut es mir tatsächlich leid. Bei anderen dagegen gar nicht.
Mich beschäftigen in diesem Augenblick jedoch nicht die Türen, die nun geschlossen sind, sondern die, die sich öffnen. Oder vielmehr die, die ich öffne.
Seit fast einem Jahr wage ich ein Experiment. Das tägliche „Ich bewege mIch“. Ich werde zu einem späteren Zeitpunkt mehr über die Gründe, die mich zu diesem Experiment bewogen haben, erzählen. Vermutlich wird das zu Beginn des neuen Jahres sein.
Seit mehr als einem halben Jahr meditiere ich wieder täglich.
Ich erzähle das, weil ich davon überzeugt bin, dass diese Handlungen dazu beigetragen haben, dass mein Leben vor einigen Wochen ziemlich ins Wanken geraten ist. Mein Leben – damit meine ich ein Gebäude, in dem ich Zimmer mit Überzeugungen, Ideen, Konzepten und festen Vorstellungen eingerichtet habe.

Und plötzlich gibt es einen Erdrutsch – ganze Etagen fallen in sich zusammen, die Einrichtung wird unter dem Schutt begraben und Türen verkeilen sich. Und es entstehen Risse, die wie neue Türen wirken. Vor einiger Zeit hätte mich meine Angst und Sorge davor, selbst verschüttet zu werden aus dem Gebäude getrieben. Diesmal ist es anders. Ich habe Angst. Und ich sorge mich. Und ich bleibe da.
Letztlich war ich es eh selbst, die das Gebäude zum Einsturz gebracht hat. Es war mir zu eng. Die Zimmer waren nicht so groß und hell wie ich sie gerne hätte.
Gut. Ende neu.
Nun sind da diese Türen. Manche waren vielleicht sogar vorher schon da und ich konnte sie nicht sehen. Andere sind ganz neu. Und jetzt öffne ich sie. Und ich betrete neue Räume. Vielleicht werden mir nicht alle von ihnen gefallen – das kann ich jetzt noch nicht wissen. Was ich weiß ist, dass ich sie sofort verlassen werde, wenn sie mir tatsächlich nicht gefallen oder ich mich in ihnen nicht wohl fühle.
Einige habe ich schon betreten. Und im Augenblick fühlt sich das gut an. Es ist einfach, wenn auch nicht immer leicht.

Einer dieser Räume ist das „Ich bewege mIch“ und die Veröffentlichung dieser kurzen Sequenzen.
Ein anderer Raum ist dieser Blog unter meinem Namen.
Ich habe mir professionelle Unterstützung gesucht. Und ich habe eine außergewöhnliche Frau kennen gelernt:
Jalana Oehmen. Sie begleitet mich durch manch dunklen Raum und ist dabei voller Liebe und Vertrauen in mich und meine Fähigkeiten…so gut! So stark! So fein!
In anderen Räumen habe ich Bereiche und Themen entdeckt, die mich schon als Kind und Jugendliche brennend interessiert haben und die ich in der Zwischenzeit vergessen habe.
Heute war ich beim „Deutschen Roten Kreuz“ und habe mich zur Ausbildung als ehrenamtliche Sterbebegleiterin beraten lassen.
Und im Märze werde ich nach Berlin reisen und an einem Einführungskurs in „Sexological Bodywork“ teilnehmen.
Im Mai gibt es dann die vierte Ausgabe von „Tanz.MG“ – ich verlasse die Räume eines klassischen Theaters und lade Gestalterinnen und Gestalter ein, sich in einem Fitnessstudio zu bewegen und zu experimentieren.
Und ich werde die Räumlichkeiten einer Schreinerei betreten, um selbst ein bisschen an meinem Sarg zu basteln. Die Schreinerin meines Vertrauens hat die Idee, dass ich mich dabei auch mit einer Kreissäge beschäftigen soll. Ob ich den Raum betreten werde… ich weiß ja nicht ob das so eine gute Idee ist…
Natürlich hat der Sarg auch etwas mit einem neuen Stück zu tun. Und jedes meiner Stücke ist wie ein Raum meines Seins: neues Stück – neuer Raum.

Warum ich das alles schreibe? Warum ich es hier schreibe? Warum ich das Geschriebene tatsächlich auch veröffentliche?

Ich folge meinen Gefühl…

2 Kommentare

  1. Der Geruch frisch gesägten Holzes löst in mir vieles aus. Gedanklich bin ich da eher beim Tischler als beim Schreiner. Für meinen Sarg wünsche ich mir ein anderes Material als Holz.

    • Anja Abels Anja Abels

      Lieber Wolfgang,
      handelt es nicht um den gleichen Beruf? Die Bezeichnung ist von der Region abhängig. So wie es bei uns „Reinigung“ heißt und in Österreich „Putzerei“. Was ich ziemlich witzig finde…
      Für Holz habe ich mich entschieden, weil ich ja auch noch auf und in dem Sarg tanzen will. Welches Material hättest Du gerne?
      Fidele Grüße
      Anja

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