Zum Inhalt springen

D´r Prinz kütt und die Königin beherrscht sich…nicht!


Ich wurde eingeladen beim „Kaleidoskop der Sinne“ ein Kunstwerk Walter Verwoerts zu interpretieren, meinen Leib in die Waagschale zu werfen und einen Ausblick darauf zu geben was geschieht, wenn der Prinz kommt und die Königin sich nicht (mehr) beherrscht.

Am 5. Oktober war die Premiere in der Leonardskapelle in Erkelenz. Am 19. Oktober zeige ich es in der Citykirche in Aachen zum zweiten Mal.

„D´r Prinz kütt und die Königin beherrscht sich…nicht!“
Das ist der Titel des Stücks. Es hat für mich viele Facetten. Und es hat natürlich etwas mit mir zu tun. Das haben meine Stücke immer. Es sind Geschichten, die mich betreffen, die mein Interesse (dieses Wort geht zurück auf lateinisch „inter-esse“ und das bedeutet „dazwischen sein“) ausdrücken.

Dieses Stück erzählt auch von Ermächtigung. Von der Ermächtigung, die sich zunächst ungewohnt anfühlen kann und vielleicht sogar von Zweifeln und Scham begleitet wird. Von der Ermächtigung, die unabdingbar ist, wenn es um Freiheit und Freude geht.
Und für mich gehören Intimität, Nähe, Erotik und Sexualität dazu.
Dementsprechende Fotos entstehen. Und ich veröffentliche sie. Und erhalte Rückmeldungen.
Und von einer dieser Rückmeldungen möchte ich erzählen. Sie liegt schon ein wenig zurück. Doch sie hat mich beschäftigt.
(Hier gibt es die Fotos zu sehen: Instagram)

Und hier nun die Konversation:

2.02.2017
xy: nette Bilder 🙂

3.02.2017
ich: Danke sehr!
xy: gehts dir gut?
ich: Ja, ich bin fidel und wohlauf. Diese Frage habe ich nicht erwartet…
xy: Ich stelle gerne fragen die man nicht erwartet. Was beschäftigt Dich im Moment?
ich: Da ist eine meiner Lieblingsfragen.
Just in diesem Augenblick bin ich mit dem Kostüm für einen Auftritt beschäftigt.
Und was beschäftigt Dich?

4.02.2017
xy: warum ich grad nicht schlafen kann und nur an das eine denke
was für ein kostüm? für welchen Auftritt?
ich: Es ist nur ein kleiner Auftritt bei befreundeten Tänzerinnen. Eher noch work in progress.
Und „das eine“ war sicherlich die Sehnsucht nach Schlaf…
xy: manchmal hat man auch ein verlangen was man nachts. ich zumindest. ich lieg immer noch bin irgendwie
angeschlagen
ich: Ein Verlangen nach Schokolade? Kaffee? Lesen?
xy: was kann man schönes im Bett tun
wobei schokolade ist auch toll
wonach hast du verlangen? oder was wünschst du dir?
ich: Du erzählst einer fremden Frau von einem Verlangen. In Andeutungen. Warum kannst Du es nicht einfach
benennen?
xy: will nicht mit ner tür ins haus fallen und vielleicht genau deswegen zurück haltend
weiß auch nicht warum ich dir sowas geschrieben hab
hab mal gelesen das man zu bestimmten uhrzeiten wach wird wenn der körper was will
ich werde im moment regelmäßig zwischen 3 und 4 wach
tut mir leid wenn ich nerve
ich: Ich finde es respektlos und grenzüberschreitend, mir solche Nachrichten zu schicken. Hör damit auf!
xy: ja habe ich verstanden
und schreibe nichts mehr

5.02.2017
xy: entschuldigung 🙂

Damals war ich wütend. Wütend darüber, dass meine Grenzen überschritten wurden. Und eigentlich schämte ich mich.
Ich habe die Scham dann als meine Verbündete eingeladen. Und es hat sich viel verändert.
Nun stehe ich hier. Beherrsche mich nur noch selten und tanze mit Freimut und Philophilia durch den Zwischenraum.

Fotos: Frank Kossin

Sei der Erste der einen Kommentar abgibt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.